~ die Wälder Norwegens bewahren und sich dabei selbst finden

Der Einsiedlersommer
von Anne Sverdrup-Thygeson
erschienen im dtV Verlag am 21. Juli 2026
Gebundenes Buch 480 Seiten
Rezensionsexemplar zur Leseunde bei lovelybooks
Coverrechte liegen beim Verlag
Klappentext
Nach einem schmerzhaften Verlust zieht sich Eva Wist aus Oslo, Norwegen, in ein Dorf in Vestfold zurück, um den als ausgestorben geltenden Eremitenkäfer zu suchen. Dort begegnet die 33-jährige Biologin ihrer neuen Nachbarin, der exzentrischen Olga. Die 76-Jährige lebt als Einsiedlerin inmitten des uralten Eichenwaldes. Auf ihrem Grundstück soll ein Steinbruch entstehen. Das Projekt verspricht Arbeitsplätze und eine Zukunft für die Region. Doch Olga will das unbedingt verhindern: Für sie ist der Wald lebendige Erinnerung – und der Schlüssel zu einem Familiengeheimnis, das sie endlich aufklären will. Während Eva die Artenvielfalt erkundet und mit Olga Freundschaft schließt, findet sie Schritt für Schritt aus der Trauer und ringt um die Frage, was bewahrt werden muss – im Leben wie in der Natur.
Meine Meinung und Fazit
Zuerst einige Worte zur Verfasserin. Anne Sverdrup-Thygeson, eine Biologin mit Schwerpunkt Insekten. In ihrem Roman „Der Einsiedlersommer“ teilt sie dieses Fachwissen mit uns. Anne Sverdrup-Thygeson schildert ihre Figuren und das Setting so eindrucksvoll, dass ich mir alles lebhaft vorstellen konnte. Auch die Gefühlswelt wurde sehr gut dargestellt.
Schnell lernen wir Eva kennen und erfahren auch, weshalb sie den Käfer finden möchte. Ihre Geschichte ist wirklich herzzerreißend. Olga, ihre Nachbarin, birgt jedoch ebenfalls zahlreiche Geheimnisse. Die zwei Frauen freunden sich an, und lernen voneinander. Eva wurde von der Gemeinde beauftragt, den Wald zu katalogisieren und nach dem Eremitenkäfer zu suchen. Das könnte eine Chance sein, den Steinabbau zu stoppen. Doch im Laufe der Geschichte kommen wir auch hier der Wahrheit näher. Auch in Norwegen steht der Profit vor dem Naturschutz. Hallvard, aus der Gemeindeverwaltung, spielt hier nicht mit offenen Karten.
Der Roman erstreckt sich über die Monate Juni bis August, in denen eine Vielzahl von Ereignissen stattfindet. Eirik gehört zu Eva, und er ist verzweifelt darum bemüht, den Kontakt aufrechtzuerhalten. Olga hat noch Arne an ihrer Seite, ihren Vater, der im Heim lebt und beinahe hundert Jahre alt ist.
Im Mittelpunkt stehen hier die Natur und die Umwelt. Hinzu kommt die generationsübergreifende Freundschaft zwischen Eva und Olga. Ich war von dem Roman sehr bewegt, und er wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Unter dem herrlichen Cover/Schutzumschlag verbirgt sich ein sehr schön gestaltetes Bild. Das Buch ist für alle empfehlenswert, die sich gern mit Umweltfragen beschäftigen. Ich vergebe sehr gerne 5 krabbelnde Hühnchen. 🐥🐥🐥🐥🐥