~ ein berührender und aufregender Roman

Das Versprechen der weißen Wolke: Neuseeland Bd.1
von Christiane Lind
erschienen am 21. August 2026
Taschenbuch 522 Seiten
Rezensionsexemplar von der Autorin
Coverrechte liegen bei der Autorin
Klappentext
Hamburg, 1842: Als der große Brand ihr Zuhause vernichtet, bleibt Julie Seeghers und ihrer Familie nur ein Ausweg – die Auswanderung nach Neuseeland. Die Überfahrt auf der St. Pauli wird zur Prüfung, und in der rauen Siedlung Nelson warten weder Wohlstand noch Sicherheit auf die Auswanderer.
Während Julies Familie unter dem Druck der Fremde zu zerbrechen droht, verstrickt sich ihre Schwester Karoline in eine hoffnungslose Affäre. Auch Julie muss erkennen, dass in einer Welt voller Pflicht und Erwartungen nicht das Herz über das eigene Schicksal entscheidet.
In einem Land, das ebenso schön wie unbarmherzig ist, müssen Frauen ihren eigenen Weg finden, wenn sie nicht untergehen wollen. Als Julies Welt aus den Fugen gerät, erkennt sie, dass wahres Glück nur dem gehört, der den Mut hat.
Eine große Neuseeland-Saga voller Leidenschaft, Schicksalsschläge und unvergesslicher Frauenfiguren.
Meine Meinung und Fazit
Die Autorin entführt ihre Leserschaft nach Neuseeland. Ihre Protagonisten fliehen 1842 nach dem verheerenden Brand aus Hamburg. In ihrem Gepäck haben sie große Erwartungen an das Auswanderland gepackt. Doch die Schiffsreise dauert lange und den Reisenden wird auch viel abverlangt. Sechs Monate auf beengtem Raum und nur eine Stunde am Tag Frischluft.
Endlich angekommen in Nelson, Neuseeland, der nächste Schock. Ihre Erwartungen an Haus und Land werden direkt zunichte gemacht. Eine kleine zugige Hütte, keine Arbeit und dazu ein nasser Winter. Zudem sorgen Angriffe noch dazu, dass die Stimmung sehr aufgeladen ist. Ein besonderer Herr aus Hamburg, der schon auf der Schiffspassage unangenehm aufgefallen ist, kristallisiert sich hier als Anführer heraus. Und im Laufe der Geschichte baut er sich mit seiner Familie ein schönes Haus auf dem Rücken der Gesellschaft auf. Seine Kinder versuchen aus seinem Dunstkreis auszubrechen. Und dann sind da noch die zwei Schwestern Julie und Karoline. Julie, die ruhige Schwester mit ihren Träumen. Doch sie wächst über sich hinaus und findet ihre Stimme. Karoline muss ihre Stimme nicht finden, sie setzt sich über manches hinweg. Und gemeinsam sind sie am Ende stärker, als sie sich das je erträumt hätten.
Christiane Lind hat die Realität mit viel Fiktion vermischt, doch im Mittelpunkt stehen die Frauen, nicht nur Julie und Karoline. Die Väter halten an Strenge und Ordnung fest, manche Töchter und Ehefrauen versuchen, die Ordnung beizubehalten. Und ein paar brechen aus der Strenge und Ordnung raus, suchen ihren eigenen Weg. Söhne stellen sich gegen ihren Vater, und Töchter helfen, indem sie eine Hand halten, zuhören, Kranke pflegen usw. Auch die Maoris werden erwähnt, zuerst als wilde Einwohner. Doch im Laufe der Geschichte lernt man sie besser kennen und für einen Teil der Auswanderer sind sie ein wahrer Segen.
Im Nachwort gibt es noch einige Details zur Auswanderung, die ebenso faszinierend sind wie die Geschichte der Familie Seeghers. Mir hat der Schreibstil von Christiane Lind sehr gut gefallen. Es ist äußerst spannend, wie das Auswandern beschrieben wird, insbesondere die Frauen, die sich nicht auf die Suche nach ihrem Platz machen, sondern sich freikämpfen. Eine klare Leseempfehlung und 5 🐥🐥🐥🐥🐥 Hühnchen von mir. Nun bin ich extrem gespannt, wie es sich weiterentwickelt in Neuseeland.